Sonntag, 23. Juli 2017 Der Patriot

326 Schüsse zum Glück

Heimspiel für die Geseker Sebastianer: Nach fast drei Stunden und 326. Schüssen kann sich Björn Kurze den Stadtkönigs-Orden anstecken. Da ist natürlich die ganz Familie völlig aus dem Häuschen.

Hofstaat-Pläuschchen auf dem Marktplatz: Für das erste Geseker Stadtschützenfest haben gerade die Damen sich noch einmal richtig herausgeputzt.

Begeisterung pur: Beim Umzug durch die Fußgängerzone geben auch die Zuschauer alles.

Imposantes Bild: Über die Bachstraße ziehen sieben Schützenvereine zur Halle. Am Straßenrand gibt es La-Ola-Wellen, Applaus und laufende Smartphone-Kameras.

Rollentausch: Manchmal muss ein Schütze eben auch als Blumenstrauß-Träger für den Hofstaat heralten.

Kein Schützenfest ohne zackige Märsche: 13 Musikkapellen sorgen für den richtigen Ton.

Allzeit bereit: Die Schilderträger geben dem Umzug Struktur. Einige können es wohl kaum erwarten, selbst in die Schützenuniform zu schlüpfen.

Wie lange dauerts noch? Immer wieder geht der Blick nach oben auf den wackeren Schützenvogel.

Wackerer Vogel und La-Ola-Wellen beim ersten Stadtschützenfest

Wenn sieben Vereine auf einmal Schützenfest feiern, muss das Vogelschießen dann auch siebenmal so lange dauern? Gut, ganz so wars beim ersten Geseker Stadtschützenfest nicht. Dennoch machten es die 50 Bewerber fast drei Stunden lang richtig spannend. Schließlich nutzen die Sebastianer ihren Heimvorteil: Der amtierende König Björn Kurze holte sich mit Schuss Nummer 326 Titel und Orden. Da musste seine Königin Claudia doch glatt ein Tränchen verdrücken.

Aber ganz von vorn: Zu erst einmal war das Fest eine logistische Meisterleistung. Während sich die Schützen auf dem Nolten- und am Bahnhof sammeln, brachten Cheforganisator Pascal Rückert und Karsten Krebsbach die Schilderträger in Position. Schließlich waren sieben Bruderschaften und 13 Musikkapellen auf den Beinen – und die marschierten dann auch prompt auf dem Marktplatz ein.

„Das ist ein wunderbares Bild bei wunderbarem Wetter“, sagte Bürgermeister Remco van der Velden. Das Stadtschützenfest „ist für viele der Höhepunkt der Festwoche“. Überhaupt gehöre das Schützenwesen zur „DNA von Westfalen“ und somit auch von Geseke. Der Bürgermeister wünschte allen Titelanwärtern „Gut Schuss und gutes Gelingen“. Außerdem deutete er an, dass das XXL-Schützenfest wohl nicht das einzige bleiben wird. Van der Velden kann sich vorstellen, das Ganze in zehn Jahren zu wiederholen.

Kein Fest ohne geistlichen Beistand: Pfarrer Rainer Stahlhacke gab den Schützen Gottes Segen mit auf den Weg. Er rief sie dazu auf „Freude und Spaß miteinander zu teilen sowie den Wettstreit zu suchen“. „Ich wünsche uns allen ein gutes Stadtschützenfest“, brachte es Stahlhacke auf den Punkt.

 

Und das sollte es dann auch werden: Als die Schützen, Musiker, Majestäten und Hofstaaten Richtung Halle marschierten, jubelten ihnen die Zuschauer vom Straßenrand aus zu. Den Satz „Sehen die aber schick aus“ hörte man nicht nur einmal. Dazu gab es La-Ola-Wellen, jede Menge Applaus und laufenden Smartphone-Kameras.

An der Halle angekommen, konnten Schützen und Co. erstmal verschnaufen. Überhaupt war die Stimmung fernab des Protokolls sehr ungezwungen. Und das zeigte sich auch beim Vogelschießen.

50 ehemalige Könige stellten sich an das Gewehr – unter der Regie von Willi Brinkmann, Alexander Gockel und Jan Eiserich. Der Vogel von Franz-Josef, Theo und Hubert Koch erwies sich als ganz harte Nuss.

Schießberechtigt waren die letzten zehn Könige jedes Vereins. Ulrich Temme aus Ehringhausen holte sich mit dem achten Schuss das Fass – und sicherte seinem Verein damit 50 Liter Bier.

Die Krone bleibt in der Kernstadt: Sie ging nach dem 71. Schuss an Matthias Grauel von den Bürger-Schützen. Und noch ein „Bürger“ war treffsicher: Fabian Nagelmeier schoss mit der 112. Patrone den Apfel herunter.

Erst Golddorf dann goldenes Zepter: Das Zepter ging an Störmede. Yannick Jütte holte es sich mit dem 123. Schuss.

Danach passierte erst einmal eine Weile nicht viel. In Milimeterarbeit schälten die Könige den Adler Span für Span aus dem Kugelfang – bis schließlich nur ein Dönerspieß-förmiger Brocken übrig war. „Wir bleiben hier bis zum Abwinken“, hieß es aus dem Publikum. Alle Majestäten gaben ihr Bestes – und klatschten sich gegenseitig ab. Das nötige Quäntchen Glück hatte schließlich der amtierende König der Sebastianer. Er ließ sich frenetisch von seiner Bruderschaft feiern – zum zweiten Mal.




©2015 St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.