Mittwoch, 15. März 2017 Der Patriot

Sebastianer offen für neue Ära

Über eine erforderliche Änderung der Satzung und der Schützenordnung will sich der Sebastianer-Vorstand laut Geschäftsführer Thomas Kayser nun Gedanken machen.

Muslime und Homosexuelle: Vereinsvertreter stimmen in Leverkusen für Öffnung

Der Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat am Wochenende bei der Bundesvertreterversammlung in Leverkusen eine neue Ära eingeleitet – und der größte Schützenverein im Altkreis Lippstadt einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet. Mit ihren 22 zur Verfügung stehenden Stimmen hat die St.-Sebastianus-Bruderschaft für den Vorschlag des BHDS-Präsidiums plädiert, sich für Muslime und Homosexuelle zu öffnen.

Geschäftsführer Thomas Kayser bestätigte das Abstimmungsverhalten der aus Geseke anwesenden Vertreter am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Zugleich wies er aber darauf hin, dass es sich bei dem verabschiedeten Papier um einen „Orientierungsrahmen“ und nicht um eine für den gesamten Bund geltende Satzungsänderung handele. Die Vereine seien weiter frei in ihrer Entscheidung, betonte Kayser.

Was das konkret für die Sebastianer in Geseke heißt? „Dass im Moment erstmal alles beim Alten bleibt“, sagte Kayser. „Für uns ist noch nichts entschieden. Wir werden jetzt im Vorstand überlegen, wie wir damit umgehen wollen“, führte Kayser fort.

Der neuen Handlungsempfehlung des Bundes könnte die Geseker Bruderschaft demnach mit einer geänderten Vereinssatzung und einer entsprechend angepassten Schützenordnung begegnen. Bisher sieht die Satzung laut Kayser vor, dass nur Personen christlichen Glaubens Mitglied werden können. Die wie die Satzung zuletzt 2005 geänderte Schützenordnung besage zudem, dass sich der König eine Königin nehmen müsse. Beides müsste demnach geändert werden, wenn Muslime künftig offiziell als Mitglied mitfeiern und Homosexuelle mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern den Königsthron besteigen möchten.

Entsprechende Satzungs- und Ordnungsänderungen kann der Vorstand nicht eigenmächtig vornehmen. Dafür bedarf es einer Mitgliederabstimmung im Rahmen der Generalversammlung, die bekanntlich bei den Sebastianern erst wieder im Januar 2018 stattfinden wird.

Ohne Zeitdruck kann der Vorstand das Thema daher angehen. Zumal man im Umgang mit den Vorgaben der Satzung laut Kayser auch in der Vergangenheit durchaus lockerer gewesen sei. Dass auch der eine oder andere Schütze ohne christlichen Glauben beim Hochfest Anfang Juli mitmarschiert, ist wohl ein offenes Geheimnis. „Und dass homosexuelle Mitmenschen bei uns Mitglied werden können, ist ohnehin selbstverständlich“, erklärte Thomas Kayser.  




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