Montag, 16. September 2013 Der Patriot

"Es ist großartig"

Endlich Bundesfest-Stadt: Ganz offiziell nahmen die Sebastianer Gerhard Haselhorst, Patrick Hasse und Alfons Dröge (v.l.) am Samstagabend vor hunderten von Zuschauern auf dem Balkon des Gymnasiums die Standarte des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften von der Vorgänger-Stadt Hürth entgegen.

Einen Löwen als Gastgeschenk für die tierisch gute Organisation des Bundesfestes nahm Bürgermeister Franz Holtgrewe (l.) im Namen der Stadt und der Bruderschaft von Amtskollege Jos Som aus Kerkrade, der Ausrichter-Stadt 2014, entgegen.

Rheinische Tradition mitten in Westfalen: Fahnenschwenkvorführungen stimmten die Besucher am Samstag auf dem Schulhof des Gymnasiums auf die Proklamation des neuen Bundeskönigs ein.

Stadt erntet viel Lob als "Zentrale des westfälischen Schützenwesens"

Der Patriot: Vom Bundesschützenfest berichten Ulrike Dietz, Sanimir Osmic, Ingo Salmen, Dieter Tuschen und Dominik Friedrich (Text und Bild)

Tausende Schützen und Musiker, Fahnenschwenker, Gäste aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland, Partygänger und Zuschauer, wohin das Auge reicht: Das 71. Bundesschützenfest hat die westfälische Schützenhochburg Geseke am Wochenende in einen feucht-fröhlichen Ausnahmezustand versetzt.

Höhepunkt des bunten Treibens war zweifelsohne der wohl größte Festumzug, den die Stadt je gesehen hat. Die Veranstalter gehen von weit über 12000 Schützen aus, die nach dem von Schirmherr Reinhard Kardinal Marx zelebrierten Pontifikalamt am Sonntag zusammen mit rund 120 Musikkapellen und tausenden Zuschauern ein imposantes Bild auf und an Gesekes Straßen abgaben.

Ganz offiziell zur Bundesfest-Stadt wurde die Hellwegstadt allerdings schon am frühen Samstagabend. Auf dem Schulhof des Gymnasiums hatten sich Schützen aus allen beteiligten Diözesen und hunderte interessierte Zuschauer versammelt. Fahnenschwenker aus Neuenkirchen und Borgentreich sowie die Geseker Stadtkapelle und das heimische Tambourkorps stimmten sie auf die feierliche Übergabe der Bundesstandarte ein.

Walther Boecker, Bürgermeister der Bundesfest-Stadt 2012, Hürth, und Hochmeister Dr. Emmanuel Prinz zu Salm Salm übergaben die prestigeträchtige Fahne an die zukünftigen Standartenträger der St.-Sebastianus-Bruderschaft, Gerhard Haselhorst, Patrick Hasse und Alfons Dröge, sowie Bürgermeister Franz Holtgrewe. Boecker gratulierte seinem Amtskollegen und der Bruderschaft zur „tollen Vorbereitung“ des Festes, der Hochmeister bezeichnete die Übernahme der Standarte als „würdevolle Aufgabe“ und „echte Herausforderung“. „Wir sind besonders schützenbegeistert in Geseke und in den Ortsteilen. Das Bundesfest ist die Anerkennung für das, was die Schützenbrüder über Jahrzehnte in der Stadt geleistet haben“, gab Holtgrewe das Lob gleich an die Sebastianer und alle heimischen Vereine weiter.

Lob und Anerkennung erfuhren Stadt und Bruderschaft – beide wurden am Wochenende immer wieder als „ein Zentrum des westfälischen Schützenwesens“ bezeichnet – auch beim anschließenden Empfang der Stadt Geseke im Foyer des Gymnasiums, zudem Holtgrewe über 100 Ehrengäste aus Schützenwesen, Politik und Kirche begrüßte.

„Wir konnten uns viel abschauen. Es ist großartig, was sie machen“, erklärte etwa Jos Som, Bürgermeister der niederländischen Stadt Kerkrade, die das Bundesfest 2014 ausrichtet. Er überreichte Gesekes Stadtoberhaupt als Gastgeschenk einen riesigen Stoff-Löwen – als Zeichen dafür, dass in Geseke wie in Kerkrade „ein Löwenanteil der Menschen stolz ist, dieses Fest ausrichten zu dürfen“. Auch Prinz zu Salm Salm outete sich als großer Geseke-Fan. Das Jubiläum vom vergangenen Jahr habe man noch einmal getoppt. „Alle arbeiten hier zusammen wie Zahnräder, die ineinandergreifen. Geseke wird mir unvergessen bleiben“, sagte er, während Vize-Landrätin Irmgard Soldat in ihrem Grußwort das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl in der heimischen Schützenregion hervorhob.




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