Montag, 16. September 2013 Der Patriot

La-Ola-Welle schwappt durch die ganze Stadt

Wehende Fähnchen für Musiker, Schützen und Majestäten: Mehr als 10 000 Zuschauer – so die Schätzung des Bundes der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften – säumten am Sonntag die Geseker Straßen.

Schöne Aussichten: Auf der Ehrentribüne verfolgten der neue Bundeskönig Robert Nitsch (M.) und das Geseker Diözesankönigspaar Bettina und Frank Olschewski (r.) den großen Festumzug.

Farbenfroh und abwechslungsreich: Neben Schützen und Musikern waren beim Festumzug auch die Fahnenschwenker echte Hingucker.

Imposantes Bild: Angeführt vom Tambourkorps und von der Stadtkapelle marschierte die gastgebende St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft als „Schlussläufer“ durch die Stadt.

Hofstaatdamen on Tour: Der Umzug entwickelte sich vor allem für die Frauen unter den Zuschauern schnell zur Modenschau.

Mittendrin: Schirmherr Reinhard Kardinal Marx und Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm reihten sich nach dem Pontifikalamt gleich in den Festzug ein.

Bunt und musikalisch: Dieser Fanfarenbläser aus Dringenberg zog viele Blicke auf sich.

Über 100 Fahnen der Diözesanverbände sowie der Vereine und Bruderschaften des Bundes machten sich nach dem Gottesdienst auf die Reise durch die Geseker Innenstadt.

Rund 120 Musikkapellen sorgten für den guten Ton.

La-Ola für die Schützen: Stadion-Atmosphäre herrschte am Sonntag auch in der Alhardstraße.

Furioses Finale: 12.000 Schützen marschieren beim Festumzug durch Geseke

Der Patriot: Auf die Schlagzeile „Wir sind Papst!“ musste Geseke verzichten. Als zum letzten Mal weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle aufstieg, hieß der neue Nachfolger Petri nicht Reinhard Kardinal Marx. „Wir sind Bundesfest“ können die Geseker hingegen mit Fug und Recht behaupten. Jubelgesänge, La-Ola-Wellen, Applaus: Beim Festumzug am Sonntagnachmittag herrschte in der Stadt beinahe Stadionatmosphäre.

Zwanzig nach elf in Geseke: Während der Kardinal noch das Pontifikalamt im Stadion Kreuzbreite zelebriert, verwandelt sich die Schlaunstraße in eine Flaniermeile. Schützen in allen erdenklichen Trachten, Königspaare mit ihren Hofstaaten und Musiker schlendern zum Schneidweg. Im Stadion geht dann alles ganz schnell. Kurz nachdem die Musikgruppe newFaces ihr letztes Lied gesungen hat, heißt es auch schon „Aufstellung nehmen“.

Der 12.000 Schützen starke Zug setzt sich in Bewegung. Vorneweg: Das Sapeur-Korps Düsseldorf mit seinen imposanten Mützen, das Tambourcorps und die Stadtkapelle Geseke. Insgesamt marschieren rund 120 Kapellen mit. Die ersten gekrönten Häupter im Umzug sind Bundeskönig Robert Nitsch und seine Königin Marion. „Die ist aber schick“, sagt eine Zuschauerin.

Entlang der Straßen haben es sich die Geseker gemütlich gemacht. Campingtische und -stühle, Sekt aus dem Plastikglas und selbst gemachte Häppchen stehen hoch im Kurs. In der Alhardstraße haben Anwohner einen Lkw in eine Tribüne umfunktioniert. Das Team des EineWelt-Ladens backt in der Fußgängerzone Waffeln für die Gäste. In der Bäckstraße hat ein hölzerner Sebastianer Hochprozentiges auf seinem Tablett.

Auf der Tribüne am Krankenhaus nehmen derweil die ersten Ehrengäste Platz. Zum Bundeskönigspaar gesellen sich Schirmherr Reinhard Kardinal Marx sowie Vertreter des Bundes sowie aus Politik und Verwaltung. Nach und nach trudeln die Diözesankönigspaare ein. Gemeinsam nehmen die Ehrengäste die Parade ab. Fahnenschwenker wirbeln die Fahne mit ihren Füßen über die Straße, werfen sie hoch und fangen sie gekonnt wieder auf. Ob Zylinder, Schützenhut oder Pickelhaube, ob Holzgewehr, Hellebarde oder Degen: Der Umzug präsentiert die gesamte Bandbreite des Schützenwesens. Auch die Frauen stehen dem in Nichts nach. Von Tracht oder Tüll bis hin zu Pailletten und Perlen ist alles dabei. Königin und Hofstaat der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Bedburg haben sich bei ihren Kleidern zum Beispiel für die Farbkombination schwarz-rot entschieden. Auf dunkellila und viel Strass setzt hingegen Betttina Olschewski, Regentin der Geseker Sebastianer und frisch gekürte Diözesankönigin.

Schwer zu tragen haben derweil die Herren. Ihre Königsketten reichen zum Teil bis zu den Knien. Ein besonders imposantes Exemplar trägt der Regent der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft aus dem niederländischen Haanrade (Ortsteil von Kerkrade). Die Bruderschaft richtet das Bundesfest 2014 aus. Die Schützen aus Verne, Mantinghausen, Verlar und Holsen-SchwelleWinkhausen laufen direkt am Anfang des Diözesanverbandes Paderborn mit. Bis die Vereine aus Geseke und den Ortsteilen an der Reihe sind, dauert es etwas länger. Der Hofstaat des Schützenvereins Mönninghausen-Bönninghausen macht aus der Not eine Tugend. „Das Beste kommt zum Schluss“ und „Schön, dass sie auf uns gewartet haben“, haben sie auf ihre Schilder geschrieben.

Mit weit mehr als 600 Schützen sind die Sebastianer die größte Gruppe. Hofe für Hofe marschieren sie an der Tribüne vorbei. „Das nimmt ja gar kein Ende hier“, sagt der Moderator. „Geseker Zylinder soweit das Auge reicht.“

Nach vier Stunden ist der große Festumzug aber doch zu Ende. Die 10.000 Zuschauer machen sich auf den Weg nach Hause oder zur Schützenhalle. Laut Polizei haben sie durchweg friedlich gefeiert.




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