Donnerstag, 21. Januar 2016 Der Patropt

Schützenvereine atmen nach Wirbel um Finanzamtsschreiben auf

Viele Schützenvereine lassen nur männliche Mitglieder zu. Der Ausschluss von Frauen könnte Steuervorteile kosten, schrieben Finanzbeamte im Sauerland. Nach viel Wirbel ist die Sache aber offenbar schon wieder vom Tisch.

Schützenvereine, die keine Frauen aufnehmen, können nach einem Angriff von Finanzbeamten auf ihren Status der Gemeinnützigkeit aufatmen.

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) stellte am Mittwoch in Düsseldorf klar, dass Traditionsvereine im Regelfall weit über ihre Mitgliedschaft hinaus wirkten. "Deshalb dienen sie der Allgemeinheit und erfüllen die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit. Damit ist das Thema für mich vom Tisch."

Zuvor hatte ein Schreiben des Finanzamtes Meschede an den Sauerländer Schützenbund für Wirbel gesorgt. Es hatte Schützenvereinen, die die Aufnahme von Frauen per Satzung ausschließen, den Verlust der Gemeinnützigkeit und damit der Steuervorteile angedroht.

"Sich aus der Tradition oder des Brauchtums ergebende Begründungen sind keine sachlichen Gründe, die einen Ausschluss von Frauen als Mitglieder rechtfertigen würden", heißt es in dem Schreiben des Finanzamts Meschede an den Sauerländer Schützenbund.

Frauen die Mitgliedschaft zu verweigern, passe nicht mehr in eine aufgeklärte Zeit, hielt der Finanzminister den Schützen allerdings vor. "Über einen wünschenswerten Sinneswandel sollte jedoch eine offene Debatte entscheiden und nicht die Finanzverwaltung." - dpa




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