Donnerstag, 18. Oktober 2018 Der Patriot

Mann der richtigen Worte

Ein Orden, den Dr. Friedrich Bergmann vor allem im Herzen tragen will: Landrätin Eva Irrgang zeichnete den Mediziner mit dem Bundesverdienstkreuz aus und dankte Ehefrau Christa Bergmann (v.l.) für ihre Unterstützung.    Foto: Dietz

Was haben Komiker Otto Waalkes und Schützenoberst Friedel Bergmann gemeinsam? Ganz einfach: Beiden fiel bei der Verleihung das Bundesverdienstkreuz herunter. Im Richtersaal des Heimatmuseums überreichte Landrätin Eva Irrgang dem 61-Jährigen vor 75 Gästen die hohe Auszeichnung.

Vor allem seine Arbeit als Wegbereiter der Palliativmedizin in Geseke und Lippstadt sowie die Gründung von Hospizvereinen unter anderem in seiner Heimatstadt stellte Eva Irrgang bei der Verleihung heraus. Sein zivilgesellschaftliches Engagement, sein kultureller Einsatz und das brüderliche Miteinander betonte die Landrätin besonders mit Blick auf die beiden großen Feste der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, nämlich ihr 600-jähriges Jubiläum 2012 und das Bundesschützenfest ein Jahr darauf.

Offizielle Worte, die die Initiatoren der Verleihung mit Leben füllten. „Er hört zu, er achtet Menschen, er geht wertschätzend mit uns um“, so Hans Peter Busch, der gemeinsam mit Wilhelm Brinkmann, Dr. Martin Hirth und Norbert Feldmann bereits im Juni 2015 die Anregung zur Ordensverleihung gab. „Er ist immer auf der Höhe der Zeit“, lobte Busch unter anderem die durchdachten Reden Bergmanns am Ehrenmal, die aus gutem Grund mit Applaus enden würden.

„Anfang ist der Glaube, Ende die Liebe. Beides aber vereinigt, das ist Gott. Alles andere, was zu Tugendhaftigkeit gehört, folgt daraus“, zitierte Pfarrer Rainer Stahlhacke Ignatius von Antiochia. Für seine Patienten finde Bergmann eine besondere Sprache, aus der die Liebe Gottes spricht, sagte er.

Dass man als Arzt sein Leben in den Dienst der Allgemeinheit stellt, gehöre zum Beruf. Das Engagement für die Hospizbewegung zeuge indes davon, dass Bergmann dahinter steht, so Bürgermeister Remco van der Velden. Oft käme ein Dank nur flüchtig und selten, weshalb die Verleihung etwas ganz besonderes sei – nicht zuletzt wegen einer Quotierung sei die Liste älterer Herren sehr lang, die auf ein solches Verdienstkreuz warten. Darum sei die Verleihung ganz besonders hoch zu bewerten.

„Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, da sind wir uns doch einig“, wandte sich die Landrätin mit einem Blumenstrauß an Christa Bergmann. Ihr sagte der Ausgezeichnete ebenso Dank wie seiner Tochter Sarah. „Ich bin stolz darauf, dass ich euch alle habe“, wandte er sich zunächst an seine Familie und dann an seine Schützen. „Die schönste Freude ist da, wo man sie am wenigsten erwartet“, sagte er. Das Verdienstkreuz sei darum ein Orden, den man im Herzen trägt. Und als zum Abschluss alle im Saal anhaltend im Stehen applaudierten, musste Friedel Bergmann doch noch zum Taschentuch greifen.




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