Montag, 04. Februar 2019 Sebastianer in eigener Sache

Mit Herzblut ins große Jubiläumsjahr

Die aktuelle Besetzung der Stadtkapelle Geseke probt momentan schon mit viel Elan für das anstehende Jubiläumskonzert.

In den 50er-Jahren war die Musik noch reine Männersache – und zwar in alter Uniform.

100 Jahre. Auf diese imposante Zahl blickt in diesem Jahr die Stadtkapelle Geseke zurück. Vom reinen Männerorchester über die ersten Frauen bis hin zum Jugendorchester war es ein langer, aber erfolgreicher Weg. Das soll nun ordentlich gefeiert werden.

Geseke – Während im ersten Weltkrieg das musikalische Leben in Geseke gänzlich zum Erliegen kam, war bereits 1919 ein merklicher Aufschwung spürbar. Und so gründete sich auch zunächst der „Geseker Orchester Verein“. Diese Formation, dirigiert von Karl Kirschbaum, war in allen Instrumenten als so genanntes Salonorchester gut besetzt. Erste klassische sowie Salonwerke waren möglich.

Zeitgleich gründete sich auch die Blaskapelle um Franz Hunold. Da die Nachkriegszeiten alles andere als rosig waren und viele Geseker ihre Heimat verließen, schlossen sich die Vereine zur heutigen Stadtkapelle zusammen. Und auch nach dem zweiten Weltkrieg war es wieder Karl Kirschbaum, der die Kapelle neu formierte und aufbaute. Doch auch hier gab es einige Aufs und Abs. In den 60ern war die Stadtkapelle stark von Nachwuchsmangel betroffen, zeitweise mussten die zehn Aktiven von Berufsmusikern unterstützt werden.

1975 war es dann so weit: Die ersten Frauen griffen zum Instrument. Seitdem sind sie schon fast in der Überzahl. „Heute wären wir ohne die Frauen wohl nicht überlebensfähig“, erzählt Sebastian Sickmann, Jugendvertreter, lachend. 2013 gründeten sie dann das Jugendorchester. „Einsteigen kann man so ab zehn Jahren“, erklärt Dirigent Johannes Volmer. „Dort lernt der Nachwuchs unser Basisprogramm.“ Aber auch aktuellere Stücke sind im Repertoire, ergänzt Sickmann. Die Nachwuchsmusiker besuchen dazu auch die örtliche Musikschule.

Volmer ist nun schon seit 45 Jahren Dirigent der Geseker Stadtkapelle. Dabei hat er viel erlebt. Zum Beispiel der Trip zum Münchener Oktoberfest, bei dem die Stadtkapelle gemeinsam mit dem Tambourkorps und den Sebastianern im Trachtenumzug mitmarschierte und natürlich auch gebührend feierte. Ein absolutes Lieblingskonzert hat er in all den Jahren allerdings nicht. „Es ist immer das Aktuelle. Da steckt man so viel Energie und Herzblut rein.“

Diese Energie stecken Volmer und seine rund 70 aktiven Musiker nun auch in die Gestaltung des Jubiläumsjahres. Bereits im Dezember starteten sie mit zwei Benefiz-Adventskonzerten. Der nächste Höhepunkt folgt auf dem Fuß: Am 16. März spielt die Stadtkapelle ihr großes Frühings- und Jubiläumskonzert (s. Infokasten). Am 19. Mai folgt dann auf dem Schützenplatz ein Frühschoppen samt großem Familienfest. Und den Jubiläumsausklang findet das Jahr im November. Die Big Band der Bundeswehr wird am 27. November für ein Benefizkonzert nach Geseke kommen. Der Vorverkauf wird im März starten. Ein straffes Programm wartet auf die Musiker, das sie aber mit Blick auf das große Jubiläum auch gerne bewältigen wollen und schon mit viel Eifer proben.

Frühjahrskonzert

Das große Frühlings- und Jubiläumskonzert „100 Jahre Stadtkapelle“ rückt in greifbare Nähe: Es findet am Samstag, 19. März, um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasium Antonianum statt. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet: Wer dabei sein will, bekommt die Tickets bei jedem Mitglied der Stadtkapelle Geseke sowie in der Buchhandlung Berg, Bachstraße 7, und beim Weinhandel Volmer, Viehstraße 16. Die Musiker freuen sich auf einen gelungenen Abend mit vielen Gästen.




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