Sonntag, 07. Juli 2019 Der Patriot

„Guten Morgen, Herr Oberst!“ aus 1020 Kehlen

Bezaubernde Robe, begeisterte Schützen: Andrea Agethen und Alexander Laumeier genossen das Bad in der Menge.

Urkunden, Orden und Schulterbänder: Auf dem Marktplatz wurden schon am frühen Samstagmorgen Auszeichnungen verteilt.

Vereinsjubilar mit Kardinal: Monsignore Wilfried Schulte (l.) und Reinhard Marx waren zwei der sieben Zelebranten.

Am Ehrenmal wurde den Opfern von Kriegen und Verfolgung gedacht und ein Kranz niedergelegt. Fotos: Dietz/Lüke/Sauerland

Die Geseker Sebastianer haben am Samstagmorgen die magische Grenze geknackt – sie traten vierstellig auf dem Marktplatz an. „Guten Morgen, Herr Oberst!“, klang es aus 1020 Kehlen.

„Unbeschreiblich, diese Kulisse, euer Gruß“, rief Friedel Bergmann dem Bataillon zu – und stieg mit einem Zitat von Guy de Maupassant in seine Rede ein. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Genau das mache das Schützenfest aus – „das Miteinander und Füreinander, das Zusammenspiel von Alt und Jung“.

Ein äußeres Zeichen dafür sei die große Zahl der Ehrengäste. Der Oberst begrüßte unter anderem das schwarze Bataillon – allen voran den geistlichen Prokurator Reinhard Kardinal Marx. In erster Reihe standen auch der Diözesanbrudermeister Eberhard Banneyer, Vertreter der Jungschützen auf Diözesan-ebene sowie Abordnungen der Bruderschaften aus Oberense, Haanrade, Salzkotten, Wankum, Neuss, Großsorheim und Stirpe.

Bleiben die gekrönten Häupter: Angetreten waren König Alexander Laumeier – seine Königin Andrea Agethen kam etwas später dazu – Kronkönig Martin Romstadt sowie der König vor der Scheibe Jan Haselhorst (Nordhofe).

Im Anschluss rückten engagierte Schützenbrüder in den Mittelpunkt. Für seine mittlerweile 50-jährige Vorstandstätigkeit bekam Johannes Vollmer das Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz. Die gleiche Auszeichnung nennt nun auch Josef „Charlie“ Broer (Westhofe) sein Eigen. Auch er engagiert sich bereits seit 50 Jahren im Vorstand. Dritter im Schulterband-Bund ist Heinz „Heiken“ Schuster von der Nordhofe. Er sei der „Ideengeber“ der Bruderschaft und habe unter anderem das Jubelfest 2012 sowie das Bundesfest 2013 gemanagt, betonte Friedel Bergmann

Der Hohe Bruderschaftsorden ging an Vereinsarchivar Hans Peter Busch, Schießmeister Willi Brinkmann und Bataillonsarzt Dr. Martin Hirt. Das silberne Verdienstkreuz ziert nun den Frack von Andreas Haselhorst (Nordhofe), Thomas Gockel (Stab), Andreas Holste (Osthofe) und Bernhard Haneke (Nordhofe).

Elmar Lanhenke, Vorsitzender des Musikvereins Frohsinn Verne, erhielt das Bundemusikerabzeichen in Bronze. Von den Jungschützen bekamen Niels Classen und Sebastian Sickmann einen Orden. Weil er als Sebastianer den Vogel in seinem Heimatort Ehringhausen abgeschossen hat, darf sich Matthias Pape jetzt die St.-Sebastianus-Plakette an die Brust heften.

Die Hochzeit zu Kana aus dem Johannesevangelium stand im Mittelpunkt der Schützenmesse, bei der Reinhard Kardinal Marx, Monsignore Wilfried Schulte, Ehrenpräses Uwe Schläger, Dompropst Josef Heers sowie die Pastöre Norbert Scheckel, Detlef Stock und Thomas Zwingmann am Altar standen. Sebastianer-Präses Rainer Stahlhacke ließ sich krank entschuldigen.

Dass Jesus Wasser in Wein verwandelt hat, sei ein „so ungeheuer sympathisches Wunder“, erklärte Monsignore Wilfried Schulte in seiner Festpredigt. Nicht, weil es besonders spektakulär sei. Vielmehr zeige es, dass Gott mitten im Leben stehe –  und das gelte auch für Feste wie das der Sebastianer. „Alles, was uns ausmacht, jede Faser unseres Seins ist Gott wichtig“, betonte der Geistliche.

Als wollte er diese Worte unterschreiben, überreichte Friedel Bergmann noch in der Schützenmesse einen Orden: Ehrenpräses Uwe Schläger trat vor 25 Jahren in die Bruderschaft ein. Und auch Wilfried Schulte feiert sein 50-jähriges Vereinsjubiläum.




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