Gedichte/Zitate rund um's Schützenwesen

(Christel Schulte Krude, Lehrerin i.R.)


Geiseke, meyn Geiseke, diu liggst mey im Sinn,
Eine scheunere Stadt wuall niärgends ich fin!
Wat schlätt mey meyn Hiätte seo deip un seo freoh,
Wann lüchtet deyne Toherns mey fründlik teo.
Deyne allen Huiser: seo gemütlik un still,
Un dei niggen: seo wacker wie't Hiätte et will.
Dei allen Stroten: seo vull van Geschichte,
Dei niggen: seo propper van Angesichte!
Un deyne Lüe: seo kiännig, seo stolt,
Un echt wie iut allem Eikenholt.
Do laupet dei Kinner seo quick un gesund,
Un lustert nau up ihrer Ellern Mund.
Willt frum weren un freoh un ehrlik un wacker,
Un felytig in Geschäften, in Hius un up Acker.
Dei Allen un Jungen kennt Plaseier mit Gemeut,
Bestoht dat Liäwen, of suer, of seut.
Sind ehernst, wann't mot sien, sind auk mol gäck
Up Schüttenfäst, bey Grautebauhnen mit Späck.

Hät Guatt in en Hiätten, in Liäwen un Daut,
In Glück un Schmiätten, in Freude un Naut.
Ach, Geiseke, meyn Geiseke, diu liggest mey im Sinn,
Getrügge dey für ümmer im Hiätten ick sinn!
Mot mol auk ick stiärwen - - -, diu sallst bestohen,
Use Geiseke draf niemols unnergohn.


Schützengedicht

(Verfasser unbekannt)


Wer vorn mit freundlichem Gesicht,
doch hinterm Rücken schlechtes spricht;
Wer nur den eignen Nutzen kennt,
und Dir nicht Deinen Posten gönnt;
Nach oben krummen Buckel macht;
Nach unten tritt und höhnisch lacht,
das ist ein schlechtes Luder,
bestimmt kein Schützenbruder.

Wer handelt aber - wie ein Freund,
der mit Dir lacht und mit Dir weint;
Der gradheraus die Meinung sagt,
weil ihm Dein Fehler nicht behagt;
Der trotzdem für Dich geradesteht;
Der niemals Treuebruch begeht;
Der nicht allein beim Schützenfest,
auch sonst als Mensch Dich gelten lässt:
Der hilft in Nöten, mit Rat und Tat,
das ist ein Schützenkamerad!


Kritik des Herzens

(Wilhelm Busch)


Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,
Keine Stunde hatt' er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
War er - richtig - auch dabei.


Der Vorstad

(Eugen Roth)

Ein Mensch, der sich zu gut erschienen,

als Vorstand dem Verein zu dienen,
Und der, bequem, sich ferngehalten,

die Kasse etwas zu verwalten,
Der viel zu faul war, Schrift zu führen,

- kriegt einst der Reue Gift zu spüren.

 
Sein sechzigster Geburtstag naht -

wo schreitet wer - zur Glückwunschtat?
Tut dies am Ende der Verein? -

Nur für ein unnütz Mitglied? - Nein!


Kein Ständchen stramm, kein Festprogramm,

auch kein Ministertelegramm,
Kein Dankesgruß der Bundesleitung,

und keine Zeile in der Zeitung.


Wird etwa gar dann sein Begräbnis,

ihm selbst und anderen zum Erlebnis?
Sieht man dortselbst Zylinder glänzen?

Schwankt schwer ein Sarg hin unter Kränzen?


Spricht irgendwer am offnen Grabe,

was man mit ihm verloren habe?
Entblößt sich dankbar eine Stirn?

Lässt eine Hand im schwarzen Zwirn
auf seinen Sarg die Schollen kollern -

bei Fahnensenken, Böllerbollern?


An seinem Grab stehn nur der Pfarrer

und die bezahlten Leichenscharrer.
Der Mensch, der dies beschämend fand,

ward augenblicks Vereinsvorstand!


Der Schützenkönig

 

(Uwe Natus, Salzkotten)


Sie treffen sich voll Hochgenuss
am Schützenplatz zum Vogelschuss,
wie alle Jahre wieder.
Sie haben einen ausgeguckt,
den es in den Fingern juckt,
der schießt den Vogel nieder.

Sie tragen ihn als König fort,
galant ergreift er dann das Wort,
am Himmel zieht kein Wölkchen.
Er nimmt sich eine Königin,
es fließt der Sekt, das Bier mit Sinn,
zur Musik tanzt das Völkchen.

Der Hofstaat wird gut ausgewählt,
die Damen fein heraus geschält
im schönsten bunten Kleide.
Die Orden glänzen an der Brust
der Herren, es ist eine Lust
und eine Augenweide.

Am Sonntag kommt der Fotograf.
Im Halbkreis stellen sie sich brav
Zum Bild für die Geschichte.
Das Schützenvolk tanzt Tag und Nacht,
vergisst die Sorgen, klönt und lacht
im Dunst von Rauch und Lichte.

Die Zeitung bringt es groß heraus,
die Fahne weht vorm Königshaus,
die Kinder fahren Karussell.
Am Montag kommt die Prominenz,
erweist dem Throne Referenz,
trinkt Dunkles, Wein und Hell.

Bald ist die Zeit des Königs aus,
als Bürger geht er nun nach Haus
wie alle kleinen Leute.
Als Schütze kommt er dann zurück,
wird wieder Mensch, so Stück für Stück,
die Zeit er nicht bereute.


Zitate


Wer einmal trifft, ist noch kein Schütze.

(Heinrich Heine)


Wer viel schießt, ist noch kein Schütze, und wer viel spricht, noch längst kein Redner.

(unbekannt)


Hier gilt es, Schütze, deine Kunst zu zeigen: Das Ziel ist würdig, und der Preis ist groß.

(F. Schiller, Wilhelm Tell)

 

Ein rechter Schütze hilft sich selbst

(F. Schiller, Wilhelm Tell)


Ein Schütze darf nicht gelegentlich treffen, sondern gelegentlich das Ziel verfehlen.

(Lucius Annaeus Seneca)


Wer einmal trifft, wird immer schießen.

(Engl. Sprichwort)


Der standhafte Vogel fällt heute nicht durch einen Treffer. Er 'verendet' an Bleivergiftung.

(Engelbert Harrenkamp)

 

Da bricht uns doch kein Zacken

ausse Hellebarde.

(Norbert Kaiser)

 

Kein Grund für Fracksausen.

 

Tradition ist nicht das Halten der Asche,

sondern das Weitergeben der Flamme.
(Thomas Morus)

 

Concordia parvae res crescunt,

discordia maximae dilabuntur.
Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen die größten.

(Gaius Sallustius Crispus)

 

In Störmede ist Lobetag, in Geseke ist Tobetag.

(Franz Maaß-Peizmeier, ehemaliger

Oberst aus Störmede)

 

Schützenfest, o schönes Fest,

du machst uns soviel Freude!

(Philipp Toholte)

 

Eine allzu große Macht stürzt

durch ihre eigene Masse.
(Martin Luther)


Selbstbewusstes

Mehr als Sebastianer kann

der Mensch nicht werden!

 

Sebastianer sein,

Botox für die Seele.

 

"Wir behalten unsere Fräcke an,

damit ihr keine Angst bekommt,

wir würden ewig bleiben."


Das Schützenfest

(Helmut Teichler, Nordborchen '65)


Es hing an hoher Stange
ein Vogel hoch und hehr,
jetzt ist er abgeschossen,
die Stange, die ist leer.

Und der ist Schützenkönig,
der sich den Vogel schoss
und die ihn fallen sahen,
sie sind des Königs Tross.

Ob hoch sie oder niedrig,
ob einer arm, ob reich,
beim Schützenfest in Borchen,
da sind wir alle gleich.

Wir lieben unsern König
und auch die Königin.
Sie geben alle beide
dem Schützenfest den Sinn.

So wie es bei den Vätern
in langen Jahren Brauch,
so halten in Nordborchen
die Jungen dieses auch.

Mit fliegenden Standarten
im gleichen Schritt und Tritt
marschier'n die Kompanien
und alle Mädchen mit.

Sie woll'n den König ehren
und ehren sich dabei.
Der Strauß an den Gewehren
erzählt von Lieb und Treu.

Und wenn nach der Parade
das Freibier wieder läuft
dann war es jammerschade
für den, der dann nicht säuft

Oh Schützenfest in Borchen,
du machst uns viele Freud,
so schön wie hierzulande
find's keiner weit und breit.

Sind wir erst älter worden
schau 'n träumend wir zurück,
dort an der Vogelstange
hing unsrer Jugend Glück.


Das Ehrenamt

(Wilhelm Busch)


Willst du froh und glücklich leben,
lass kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab,
lehne jedes Amt gleich ab.


So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft dir, schnipp schnapp, deine Ehre vielfach ab.


Wie viel Mühe, Sorgen, Plagen,
wie viel Ärger musst du tragen,
gibst viel Geld aus, opferst Zeit -
und der Lohn? Undankbarkeit.


Drum, so rat’ ich dir im Treuen:
Willst du Weib und Kind erfreuen,
soll dein Kopf dir nicht mehr brummen,
lass das Amt doch and’ren Dummen!


Der Fahnenträger

(Christoph Rilke)


Die Andern fühlen alles an sich rau
und ohne Anteil: Eisen, Zeug und Leder,
Zwar manchmal schmeichelt eine weiche Feder,
doch sehr allein und lieblos ist ein jeder;
er aber trägt - als trüg er eine Frau -
die Fahne in dem feierlichen Kleide.

Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide,
die manchmal über seine Hände fließt.

Er kann allein, wenn er die Augen schließt,
ein Lächeln sehn: er darf sie nicht verlassen.

Und wenn es kommt in blitzenden Kürassen
und nach ihr greift und ringt und will sie fassen -
dann darf er sie abreißen von dem Stocke als riß er sie aus ihrem Mädchtentum,
um sie zu halten unterm Waffenrocke.
Und für die Andern ist das Mut und Ruhm.


Schützenbrüderchen

(Eberhard Poguntke ©, Nordborchen)


Ich bin rein, mein Herz ist klein,
gern möchte ich ein Schütze sein.
Schütze, wie mein Großpapa!
Frisch und fröhlich steh' ich da.
Wenn ich groß bin - wär's gelacht,
kauf ich mir 'ne Schützentracht.
Stolz will ich den Frack dann tragen
und das Eichenlaub am Kragen.
Ein Gewehr, mit dem die Luft
Kugeln in die Ferne pufft,
und mit dem man treffen kann,
so ein Ding schaff' ich mir an.
Werd' ich einmal "König" sein,
lad' ich Euch zum Freibier ein,
rufe laut mit voller Kraft:
"Hoch lebe die Schützenbruderschaft!"


Dein Königsschuß

(Eberhard Poguntke ©, Nordborchen)


Dein Königsschuß, man glaubt es kaum,
ist eines Schützen größter Traum.

Hast Du den Königsschuß vollbracht,
freuen sich die Schützen in ihrer Tracht.

Den Umzug durch´s Dorf wirst Du nicht bereuen,
weil sich die Menschen mit Dir freuen.

Voll Stolz blickst Du später dann zurück,
der Königsschuß war Dein Meisterstück.

Denn eines sei Dir gewiss! :

Ob Jung,..ob Alt,..ob Groß,..ob Klein,
Jeder träumt einmal davon, Schützenkönig in Nordborchen zu sein


ein Vers

(Verfasser unbekannt)


Der Heimat die Liebe,
die Treue dem Brauch,
so dachten die Väter,
so denken wir auch.


Westfalenart

(Friedrich Wilhelm Weber)

 

Das ist so recht Westfalenart:

Fromm, sinnig, weich, nicht überzart,

zäh, treu, auch trotzig, deutsche Leute.

So waren sie, so sind sie heute.


Gruß aus Westfalen

(Verfasser unbekannt)

 

Seht ihr von fern Westfalens's Pforte winken,

Das Land von Pumpernickel und der Schinken.

Seid froh willkommen hier auf eurer Reise,

und esst mit uns des schönen Landes Speise!


ein Vers

(Verfasser unbekannt)

 

Denn was ein rechter Schütze ist, der hat auch seine Zeichen, er senkt´s Gewehr vor manchem Ziel, wenn er´s auch könnt erreichen.


ein Jägervers

(Verfasser unbekannt)


Hat der Jäger nichts geschossen,
hat er nur die Luft genossen.


zur Ordensverleihung

(in Abwandlung eines Verlobungsverses)


Dir zur Ehre, uns zum Nutzen,

woll'n wir deinen Orden putzen!



©2015 St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.