Stadtgeschichte Gesekes

6./7. Jahrhundert Geseke ist altes Siedlungsgebiet. Bei Ausgrabungsarbeiten wird 1973 ein fränkischer Töpferofen auf dem Stiftsgelände (Innenstadt) entdeckt.
833 Erste schriftliche Erwähnung des Ortes Geseke in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen. Damit wird zugleich karolingisches Königsgut in Geseke nachgewiesen.
946 Die Familie der Haholde gründet zu Ehren der Hl. Jungfrau und des Hl. Cyriakus ein freiweltliches Damenstift in Geseke.
952 König Otto I. bestätigt die Gründung und nimmt das Damenstift unter seinen Schutz. Die Bezeichnung Gesekes als "civitas" und die Erwähnung einer Befestigung, sind Zeichen für die Bedeutung des Ortes.
1011 Schenkung der umfangreichen Grafschaft der Haholde an Bischof Meinwerk von Paderborn durch Kaiser Heinrich II. Damit wurde auch das Geseker Gebiet den Bischöfen von Paderborn unterstellt.
1014 Übertragung des Kanonissenstiftes an den Erzbischof von Köln.
1180 Sturz des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Kölner Erzbischof wurde mit dem neugeschaffenen Herzogtum Westfalen belehnt, zu dem auch die stadtähnliche Siedlung Geseke gehörte. Geseke war der wichtigste östliche Grenzort gegenüber dem Bistum Paderborn.
um 1217 Der Kölner Erzbischof Engelbert I. erhebt Geseke zur Stadt. Als Stadtverfassung wird das ursprünglich aus dem Soester Recht entwickelte Rüthener Stadtrecht übernommen. Wegen seiner Grenzfunktion gegenüber Paderborn und den damit verbundenen ständigen Unruhen, Übergriffen und Plünderungen wurde Geseke nach der Stadterhebung zu einer imposanten Festung ausgebaut. Auf den alten Befestigungsanlagen wurde eine 3 km lange Mauer (2,50 bis 3,00 m hoch und 1,20 - 1,50 m breit) mit 6 Toren und 9 Türmen errichtet. Nach außen dienten ein 5 - 6 m tiefer Wallgraben und ein Hagen als Schutzvorrichtung.
1286 Erste Erwähnung eines Gografen mit Sitz in Geseke: Zum Gerichtsbezirk Geseke gehörten die Ortschaften Störmede, Langeneicke, Ermsinghausen, Mönninghausen, Ehringhausen, Bönninghausen, Dedinghausen, Rixbeck und Esbeck.
1294 Die bisherige konfliktreiche gemeinsame Herrschaft von Köln und Paderborn wird durch einen Schiedsspruch beendet. Geseke wird endgültig dem Kölner Territorium eingegliedert.
1317 Pfarrteilung in Geseke: Die Stadtkirche und die Stiftskirche erhielten jeweils einen eigenen Pfarrbezirk.
1348 Pest in Geseke.
1360 Einteilung der Stadt in 4 Quartale oder Hoven: Osthove - Westhove - Nordhove - Mittelhove. Die Hoven hatten wichtige Funktionen wahrzunehmen, vor allem bei der Stadtverteidigung und bei der Wahl von Bürgermeister und Rat.
1374 Stiftung des Hospitals zum Hl. Geist.
1380 Erster schriftlicher Beleg für die Mitgliedschaft Gesekes in der 1356 gegründeten Städtehanse.
1412 Die noch heute bestehende Geseker Schützenbruderschaft zu Ehren der Heiligen Fabian und Sebastian wird erstmalig erwähnt.
1444 - 1449 Soester Fehde: Während Geseke auf der Seite des Kölner Kurfürsten Dietrich II. von Moers stand, hielten Lippstadt und Paderborn zu Soest. 1445 überfielen Soester und Lippstädter die Stadt Geseke. Es waren 8 Gefallene zu beklagen, unter ihnen auch der Bürgermeister Friedrich von der Borg. Als Folge dieses Überfalls schlossen Geseke, Rüthen, Büren und Salzkotten 1446 ein Städtebündnis.
um 1465 Der Maler Gert van Lon in Geseke geboren: Bedeutende Werke sind u. a. die Fresken der Kirche in Verne, Weltgerichtsaltar im Dom zu Paderborn, Hörster Kreuzigungsaltar und der Kreuzigungsaltar im Mindener Dom.
1469 - 1480 Der Geseker Johann Ymmink ist Weihbischof von Paderborn: 1476 - 1480 war er auch Generalvikar.
1564 Die lutherische Lehre wird in Geseke verbreitet.
1584 Unter dem neugewählten Kölner Kurfürsten Ernst von Bayern wird in Geseke ein Landtag abgehalten.
1591 Im Zuge der Truchsessischen Wirren wird die Stadt durch staatische Truppen unter dem Befehl des Grafen v. Oberstein besetzt und muss hohes Kontributionsgeld zahlen.
1608 Bau der Stiftsschule (sog. Trivialschule) durch das Damenstift.
1613 Pest. Viele Opfer waren zu beklagen.
1622 Geseke kämpft unter Dietrich Othmar von Erwitte erfolgreich gegen Herzog Christian von Braunschweig und bleibt damit in Westfalen die einzige vom "tollen Christian" nicht eroberte Stadt. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) eroberte Herzog Christian von Braunschweig, der "tolle Christian", die Städte Paderborn, Soest und Lippstadt. Am 06.04. und 09.04. griff er Geseke erfolglos an, das unter der Führung des Obersten Dietrich Othmar von Erwitte erbitterten Widerstand leistete. Geseke blieb damals die einzige nicht eroberte Stadt Westfalens. Aus Dankbarkeit und als Erinnerung an dieses Ereignis findet noch heute an jedem 3. Sonntag nach Ostern eine Lobetagsprozession statt. Sie führt über die Wälle der Stadt zu den Stationen am Steintor, Lüdischen Tor und Viehtor. Der mutige Kampf der Schützen wurde hierbei besonders erwähnt.
1633 Ernennung des Johann von Crane zu Geseke zum Kaiserlichen Reichshofrat in Wien. 1648 war Crane als Bevollmächtigter des Kaisers entscheidend an den Verhandlungen zum "Westfälischen Frieden" in Münster beteiligt. Geseke fällt nach achttägiger Belagerung in die Hände des Landgrafen Wilhelm von Hessen.
29. Oktober 1633 Ludwig Sadeler von Treysa schießt auf aus das Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes - Maria Schuss, worauf er 3 Tage später starb. Dieses Ereignis machte Geseke zum Wallfahrtsort.
1635 - 1636 Pest. Die Bevölkerung Gesekes wird stark dezimiert.
1637 Gründung des Franziskanerklosters in Geseke.
1664 Bau des Handelshauses Dickmann.
1687 Eröffnung des durch die Franziskaner geleiteten "Gymnasium Antonianum".
30. August 1689 Großer Stadtbrand: Fast ein Viertel der Stadt wurde vernichtet.
1699 Rote Ruhr in Geseke: In 2 Monaten waren 130 Todesfälle zu beklagen.
17. - 18. Jahrhundert Zahlreiche Hexenprozesse in Geseke: Der Volksmund prägt den Begriff "Hexen-Geseke".
1705 Weihe der Maria-Hilf-Kapelle.
1733 - 1745 Der Abt des Klosters Abdinghof, der gebürtige Geseker Meinwerk Kaup, war Weihbischof von Paderborn.
1802 Nach Aufhebung des Kurfürstentums Köln untersteht mit dem Herzogtum Westfalen auch Geseke dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt.
1806 Geseke hat 447 Häuser mit 2.741 Einwohnern. Davon waren 2.593 Einwohner katholischen, 14 Personen lutherischen und 134 Einwohner jüdischen Glaubens.
1816 Geseke wird preußisch und dem neu geschaffenen Kreis Lippstadt eingegliedert.
1821 Durch päpstliche Bulle wird das kölnische Westfalen dem Bistum Paderborn überwiesen, damit wird Geseke dem Paderborner Bischof unterstellt.
1823 Aufhebung des Damenstiftes St. Cyriakus.
1834 Aufhebung des Franziskanerklosters.
1841 In den Räumen des ehemaligen Franziskanerklosters wird die Provinzial-Pflegeanstalt, das spätere Landeskrankenhaus, eingerichtet.
1843 Mit Einführung der preußischen Landgemeindeordnung von 1841 im Kreis Lippstadt wird das Amt Geseke (Bönninghausen, Ehringhausen, Ermsinghausen, Langeneicke, Mönninghausen und Störmede) gebildet, 1845 um vier Gemeinden (Dedinghausen, Esbeck, Rixbeck und Böckenförde) erweitert und in Amt Störmede umbenannt.
1850 Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Hamm-Soest-Paderborn. Geseke wird Bahnstation.
1854 Gründung der städtischen Sparkasse Geseke.
1868 Unter dem Titel "westfälischer Volksfreund" erscheint die erste Geseker Zeitung. Die erste städtische Straßenbeleuchtung - noch sind es Petroleumlampen - wird installiert.
1870 Aus dem 1811 eingerichteten Viehmarkt, später auch Krammarkt, wird der Gösselmarkt (Gössel=Gans) der 1933 mit einer Kirmes verbunden und zu einem großen Volksfest wird.
1892 Gründung der bis heute bestehenden "Geseker Zeitung".
1894 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1899 Kanalisierung der Bachstraße: Bis zu diesem Zeitpunkt war die Straße ein offener Wassergraben. Daran erinnert noch heute die Quelle vor dem Krankenhaus (genannt "Geseker Spring").
1900 Die Eisenbahnlinie Geseke-Büren wird in Betrieb genommen und damit die Entwicklung der Zementindustrie gefördert, die für Geseke lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig ist. Das Städtische Elektrizitätswerk beginnt mit der Stromerzeugung, die Straßenbeleuchtung wird elektrifiziert.
Oktober 1901 Anschluss an das Fernsprechnetz.
1912/1914 Bau des städtischen Wasserwerkes.
1918 Geseke zählt 6.031 Einwohner.
1933 Bau der ersten evangelischen Kirche in Geseke.
1935 Einweihung des Kriegerehrenmales am Rosenteich.
1944/1945 Mehrere schwere Bombenangriffe fordern über 130 Todesopfer. Am 1. April 1945 wird die Stadt von Amerikanern besetzt.
1946 Durch den Zustrom von Flüchtlingen steigt die Zahl der Einwohner von 7.341 im Jahre 1938 auf nun 9.728.
1948 - 1952 Bau der Siedlung "Auf den Strickern".
1950 Gründung des Bürgerschützenvereins
1954 Grundsteinlegung zur Marienkirche im Geseker Süden: Die Einweihung fand am 17.11.1957 statt.
1965 Fertigstellung der Südumgehung der B 1. Die Innenstadt wird vom Durchgangsverkehr entlastet.
1968 Die Gesekerin Ingrid Becker gewinnt bei den Olympischen Spielen in Mexiko die Goldmedaille im Fünfkampf.
31. Dezember 1974 Die Stadt Geseke hat 13.239 Einwohner.
1975 Im Zuge der kommunalen Neugliederung wird das Amt Störmede mit den Ortschaften Störmede, Ehringhausen, Ermsinghausen, Eringerfeld, Bönninghausen, Mönninghausen und Langeneicke mit der Stadt Geseke verbunden und dem neugebildeten Kreis Soest zugeordnet. Am 1. Januar hat die Gesamtstadt 19.940 Einwohner.
5. Mai 1978 Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Loos. Die Freundschaftsurkunde hat nachstehenden Wortlaut: "Wir, Bürgermeister von Loos und Bürgermeister von Geseke, geloben im Einvernehmen mit unseren Bürgern dauernde Freundschaft zwischen unseren Städten. Sie soll durch ständige und rege Kontakte auf möglichst vielen Ebenen mit Leben erfüllt werden. Wir sind gewiß, dass diese Freundschaft sowohl einem Herzensanliegen unserer Bürger entspricht als auch zur politisch notwendigen Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem deutschen Volk beiträgt. Möge sie letztlich einmünden in das friedliche Zusammenleben aller Völker, vereint durch die Sprache des Herzens." gezeichnet Avinee, Bürgermeister der Stadt Loos gezeichnet Heinrichsmeier, Bürgermeister der Stadt Geseke
25. Juni 1983 Über 300 Jahre nach dem Untergang der Hanse unterzeichnet Geseke zusammen mit 19 anderen ehemaligen Hansestädten die Gründungsurkunde des Westfälischen Hansebundes.
1985 Mit dem Friedenspreis für deutsch-französische Freundschaft werden Loos und Geseke in Paris ausgezeichnet.
1994 Verleihung des Bundespreises (Bronzemedaille) für vorbildliche Integration von Aussiedlern.
22. September 1996 Der gebürtige Geseker Prof. Dr. Reinhard Marx wird mit 43 Jahren im Dom zu Paderborn zum Weihbischof geweiht. Er ist damit der jüngste Bischof Deutschlands. Nach Bischof Johannes Ymminck (1469 - 1493) und Meinwerk Kaup (1733 - 1745) ist er der dritte Geseker, dem ein Bischofsamt übertragen wurde.
1998 Die Einwohnerzahl Gesekes (einschließlich der Stadtteile) überschreitet erstmals die Grenze von 20.000 Einwohnern. Im Jahre 1998 sind 20.097 Einwohner in Geseke registriert.
1. April 2002 Prof. Dr. Reinhard Marx wird im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes im Hohen Dom zu Trier als neuer Bischof des Bistums Trier eingeführt. Mehrere tausend Gläubige, darunter über 200 Gesekerinnen und Geseker wohnen diesem außergewöhnlichen Ereignis bei. Es erfüllt die Geseker Bevölkerung mit Freude und Stolz, dass mit Prof. Dr. Marx ein gebürtiger Geseker als jüngster deutscher Bischof die älteste Diözese Deutschlands leitet.
30. November 2007 Papst Benedikt XVI. ernennt Reinhard Marx zum Erzbischof von München und Freising.
30. Januar 2008 Der neu ernannte Erzbischof wird im Erzbistum feierlich eingeholt.
2. Februar 2008 Erzbischof Marx wird feierlich in sein Amt eingeführt. Mit dabei über 200 Geseker, darunter 170 Sebastianer


©2015 St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.