Steuben-Parade 1990

Steuben-Parade am 17. September 1990

New York/Geseke. Sebastianer bei der Steubenparade! Diesen Traum hatte schon Dr. Berthold Leinemann vor über zwanzig Jahren. Einmal sollte es doch möglich sein, die Geseker Schützentraditionen, die historische Uniform und den westfälischen Schützengeist zu zeigen.


Und nun hat es geklappt, dass nicht nur - wie 1980 - eine kleine Gruppe an der Parade teilnahm, sondern die Geseker die wohl größte Gruppe aus Deutschland bei der Parade stellten. Der Hauptmann der Westhofe, Georg Reinig, hat uns einige Höhepunkte der Reise geschildert:
Die Reisegruppe von annähernd einhundert Gesekern und Salzkottenern, die sich uns angeschlossen hatten, landete im September auf dem John F. Kennedy Airport in New York; sechzig Schützenbrüder nahmen an der Parade entlang der Fifth Avenue teil.


Die Parade wird nun schon zum 33. Mal von einem Komitee ausgerichtet, das in den Vereinigten Staaten für die deutsche Kultur und die heimischen Traditionen werben will. Als höchster Repräsentant aus der Heimat war der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Wagner, nach New York gereist. Er begrüßte alle Teilnehmer und sprach nach dem Gottesdienst in der St. Patricks-Kathedrale auch mit uns Geseker Schützenbrüdern.


Nach der Parade blieben die Schützen noch im deutschen Viertel in der Millionenstadt. Schnell kam man mit Deutschamerikanern ins Gespräch und so manche Plakette und Anstecknadel tauschte seinen Besitzer. Einladungen wurden ausgesprochen und wir Sebastianer zur Parade in Philadelphia eingeladen.


Leider blieb dafür aber keine Zeit mehr. Ein umfangreiches Programm führte uns bereits am Tag darauf zunächst nach Washington.
 

Mit dem Flugzeug ging es weiter nach Florida. Bei brütender Hitze landeten wir in zwei Gruppen in Orlando. Von da ging es in mehreren Tagestouren zur Disney-World, wo uns Mickey-Mouse und seine Freunde begegneten. Im Epcot-Center lernten wir die amerikanische Sicht der Welt in der Zukunft kennen und konnten uns im deutschen Pavillon davon überzeugen, dass für den durchschnittlichen Amerikaner Deutschland doch aus Sauerkraut, Christbaumschmuck und Dirndln besteht.
 

Die NASA präsentierte uns am Kap Kennedy ihre Raketen, angefangen von der Mercury bis zur Mondlandekapsel an der Spitze der mächtigen Saturn V-Rakete. Einen Blick aus der Entfernung konnten wir auf die Startrampen der heutigen Space-Shutle werfen, allerdings wurde der Start der Columbia mal wieder verschoben, so dass wir dieses gigantische Schauspiel leider verpassten.
 

Dafür konnten wir uns aber in den Everglades mit der Tier- und Pflanzenwelt vertraut machen und erlebten im ältesten See-Aquarium Amerikas in Miami, wie man Delphine, Seelöwen und Killer-Wale abrichten kann.
Die vielen Eindrücke werden noch lange in uns nachklingen und die ersten Stimmen wurden schon laut, wieder zu sparen, dass die Geseker (vielleicht wieder in zehn Jahren?) erneut an der Steuben-Parade teilnehmen.

 

 

(entnommen: Geseker Album VII)



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