Tutto capito?

Jeder Ort und jedes Dorf hat seine ganz eigene Sprache und Wortschöpfungen. Da macht Geseke keine Ausnahme: Hier liegt man nämlich nicht etwa schlapp auffen Soffa (Sofa), sondern man geht lieber zur Patty (Party), wobei ebendiese nicht selten in einem der örtlichen Schützenfeste besteht.
 
Das eindrucksvolle Schauspiel dieses Hochfestes ruft aber nicht nur Eingeborene auf den Plan; nein, auch so mancher Buiter (Neuzugezogene) und Fremdling von außerhalb frisst bei dieser Gelegenheit den sprichwörtlichen Sack Zement mit den Ureinwohnern. So auch unser Freund Heinz S. aus Haltern am See. Heinz ist ein großer Fenn (Fan) der Geseker Sebastianer und reist alljährlich 150 Kilometer über die Autobahn zum großen Parade-Spektakel. Auch im letzten Jahr stand er bei über 30 Grad Hitze am Marktplatzrand, bewunderte die zackigen Schützen und ihr Damenvolk und war einmal mehr so richtig begeistert. Doch traute er seinen Ohren kaum, als er unvermittelt ein Stöhnen' vernahm: "Mein Chott! Dat is aber wahne warm heute. Kuck ma bloß, wie die schwitzen. Also, wenn ich Schütze wär', diss würde ich mir nich antun. Ich würd' in Pättkers gehen. Soll dat Volk doch meine Böllekes sehen; hat doch jeder Verständnis. Bei so' n Wetter!"

 
Heinz stand da etwas verdattert und wusste nicht so recht zu wechseln. Was sollten ihm diese Worte sagen? "Entschuldigung", druckste er, "ich kann das nicht so beurteilen; ich bin nämlich nicht von hier." Worauf sein Gesprächspartner ob dieses Geständnisses einen Moment sprachlos verharrte, bevor er brüderlich seine Pranke auf Heinzens' Schulter drosch und, ganz der großzügige Weltmensch, dem verdutzten Zaungast anbot: "Is ja eintlich auch egal, wode wechkomms, Hauptsache, wir treffen und nacha om auffe Halle!"
 

entnommen der "NeuenRegionale" (te)


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