Use Schüttenfäst

van einem Gaiseker Buern

 

von Josef Müntefering

 

 

Use Schüttenplatz un auk dai Halle, dai fröher half faste un holf jedes Johr upbugget wor, lagte fast dat ganze Johr ruhig un still do. Schütten in witter Bökse soh man mänt bai Prassieonen un bai Bigriäwten. Kam owwer dai halwe Juni int Land, kam seo langsam Liäwwen in de Bude. Dat Gras up en Platze wor mägget un högget, dai Rieke wor stümpelt, un dai Halle wor in Ordnung brogt. Dat Schuttenfäst, wat am aisten Sundag im Juli fiert wor, käm ümmer nöger. Diän lätzten Sundag niu im Juni soh man auk schon en paar Schütten in witter Bökse van diän Trummlerkorp dür de Stadt marschieren. Dai mochten schon dai Schutten teosamen trummeln teo diän Vürexerzieren up en Platze, dat et auk teon Fäste alles gut klappere. Midde diär Wiäke niu wor dar schon dat graute Laken iäwer dat Danztält spannet.

 

Diän Fraidag nammedag owwer woret schon ärnster. Wai Jungens wören schon up en Platze un pessen up, wan dai Platzmajor mit diäm Adler iut Holt umme Ecke kam. Van weitem hor man schon dait Reopen van diän Jungens dai mitläpen: "Dai Vuhl is do, dai Vuhl is do". Up diän Platze wor hai dan up der Vuhlstange fastemaket un hauge buat. En Kugelfang wie van Dage gawt et nau nit. Wai Jungens versochten niu mit Stainen no diän Vuhl teo schmäiten. Av un teo glückere et mol einen, ne Reose te driäppen, dai dai Adler ümme de Hals har, wieke dan mit Stolt no Hius nohmen wor.

 

Ne Uhre sässe gawt dan diän Zapfenstreich, wobei diän allen Künigspaare un auk diän Offizieren en Stänneken brogt wor. Kam dai Zug wir up diän Platz, wor nau van diän Musikanten spielet; et wor drunken un sungen. Dai allen Gaisekers iut diär Frümede vertallten sik wuat. Dat General-Spork-Lied wor fläitig sungen. Vür us Jungens wor et niu Täit in't Bedde.

 

Am annern Muargen owwer wor et innem Hiuse schon freoh lebändig. Uppen Stroten hor man dat Wecken van diän Schütten mit diär Trumpete. Doi Kögge, dai domols nau owends no Hius halet woren, woren ne Stunne eher mulken un in diän Kamp brogt. Auk dai Fickeln mochten Groin häwwen. Dai Mämme sträk mit din Bügelaisen dai witte Bökse naumol glatt un kräg Frack un Zylinder berot. En Roiseken für dat Gewehr un et Knuapliake drowte nit fählen. Dat Wichtigste owwer was, niu dat Froistücke trägte maken, wail duach ouk up diän Tälte giätten wor. Et woren Buters schmiert mit diär guden Kiärnebuter, belagt mit Trillen van diär Siseblomswuarst, dai Winterdag böien Schlachten extra fürt Schüttenfäst maket wor, oder mit Schnippelkes van diän guden westfälischen Schinken, dai räkert was mit Wacholderstruikern iut diär makelau. Niu wor sieben Uhr antrien up en Markede un gläik dat Künigspaar mit Huafstoot awhalet.

 

Wai Jungens mochten owwer no Scheole, un dat was dumm. Mitkräigen dehen wai owwer grade nav, wie dai Schütten in de Kiärke gängen teo dai Schüttenmisse, wobäi dai Musikanten spielern: "Tochter Zion freue dich". Bai dieser faierlichen Misse niu woren avk sungen, dat Cyriakuslied van diän Patreon van diär Stadt un dat Lied van St. Petrus, diärn Patreon van diär Stadtkiärke. Auk dai hl. Sebastian wor bedacht. Am Enne wor nau biet für dai Schütten, dai et letzte Johr stuarwen woren.

 

No diär Misse stallt sik dai Zug wier up un marschiere non Ehrenmol, wo en Kranz hennelagt wor. No diäm gawt et nau en Parademarsch. Dan gink et non Platze teom traditionellen Schüttenfroistücke mit Fräibier bäi guder Unnerhaltung. Bis van dage lät sik kain Schütte düsen Spaß entgohen. Wören niu alle satt woren, hor man upmol wier dai Trummeln. Mit Musik ging et no diär Stange teo diäm Vuhlschaiten. Van Offizieren wort uppasset, dat nix passaiere. Diän aisten Schuß doit ümmer dai alle Künig, Künigin und Huafstoot. Schaiten drofte jeder, sowäit hai Mitglied was. Mit der Täit fällt auk schon dai Kreone. Dai Kreonkünig wor unner Böllerschaiten in't Tält driegen, wobai dai Musik en Tusch spielere.

 

Use Scheole, dai an düsem Dage endlaus lage dure, gink duach einmol teo Enne. Nodiäm wäi us iäbben en Happen giätten harren, gink et wiä nin Platze. Mäst was dat Schaiten nau innen Gange. Wäi konnen sain, wie ein Schütze dat letzte Stücke van diän Vuhle runterschaut. Dat Böllern woll owwer niu koin Enne niehmen, den et was duach niu wier en niggen Künig do. Use alle Danztält wos domols no fürne Uappen un mit seon säigen Gelänner avsperret. Do lagten wai Jungens märst uppe un konnen saihn, wat all vür sik ging. No ner Wäile gawt et dan drai graute Künigsproklamamtion. Dai Künig stallt sik in dai Midde, dai Offiziere rund herümme. Dai Oberst frogte dai Schütten: "Kennt ihr euern Bruder als König an?" Mährst röpen alle "jawohl". Un als dai alle diäm jungen Künig däi Schärpe und Schild ümmehangen har, was hai iäbben Künig. Seon richtigen Künig mot owwer auk ne Künigin häwwen, owwer dat hält schon en bitken schwödder un mochte auk Knall up Fall gohen, weil se schon annen Owend avhalet weren mochte. Seo was et nämlich häi Briuk un Meode.

 

No ner Berohunge genk dann dai Künigsadjudant no diär Iuterwählten umme se teo frogen. Et konn niu siehen: de Frugge, Briut oder süs van diän Gaiseker Damen. Gut was et owwer ümmer, wonn sai oder de Vahr en bittken an en Fevten har, denn 3 Dage diän huafstoot teo unerhallen, was jo nit seo billich. Sagte se niu jo, brachte dai Adjudant diän Bescheid trügge. Unndiessen owwer göngen Frünne van diän Künig up en Damm oder int Holt un hälten Büsker, ümme beide Huiser teo kroinen. Innen Hiuse van diär Künigin owwer, un auk bäim Künig, woren dai Huafstoot inladen, wobai jeder 5 Huafdamen wählen drofte. Dai alle Künigin, oder auk dai Frugge van en Kreonkünig was ümmer dobäi. En fästlik Kläd mochte fix beschafft weren. Har man niu alles ächternanner, stallten sik dai Schüüten mit diäm künig up un hälten diän niggen Huafstoot mit der Künigin av, in diäm seogenannten Wackelzug. Ow doi Zug niu schön is oder nit, doriäwwer läd sik wual striehen. Kam dai Zug mit diäm niggen Künigspaar nau up diän Platz, wor et für us nio Täit no hius, denn et was mäst Owend. Wöi kraupen in't Bedde un schläpen un dromten van däin Adler up diär Stange un van diäm künig mit sainer Künigin.

 

Dai Hauptfästdag was niu dai Sunndag. Dat Batallion stallt sik umme 3 Uhr nachmiddags up en Markede up. Als niu mit diäm Fahnenmarsch dai Fahnen inrücket wören, gink et teo diäm grauten Fästzug. Vürne up dai Tambourmajor mit sainem Pink un dai grauten Bärenfällmüske. Dann dat Trummlerkorps un dai Musikanten mit diäm grauten Schellebaum. Dai Künig mit diäm Künigschild un dai Künigin mit em schoinen Bleomenstriuß folgern mit ihren Huafdamen. Owwer teo Feote, denn seo was et däi Meode. Dai Stoot kam vull teo Geltung. Annen Stroten owwer standen dai Lühe iut diär Stadt un diär Ümmegiegend un käiken. No nen grauten Parademarsch gink et dann wier non Platze, wo dann aist dai Jubilarehrung was. Dai Künigin stak jeden allen Schütten, dai 50 Johre Mitglied was, en Orden an un gratlaiere.

 

No diäm Kommando "wägtrien" wor sik aist mol kräftig ainen drunken, denn dai Kraft mochte sammelt wären, un dat Fäst gänk widder. Wai Jungens niu mochten auk diäm ein oder annern Schütten dat Gewiehr un Zylinder no Hius bringen, wat en Grosken inbrochte. Up en Platze gavt et auk ne Kinnerbelustigung, wat en paar Schütten in de Hand niehmen mochten, wofür dai Verein wat iutdeh. Gut was et nau, wenn einem mol seon guden Onkel begiegnere, dai dann daipe in de Taske päck; an seon dage harren se märst en gut Hiärte. Harren dai Schütten sik niu wier iutrugget ma un man hor dai Danzmusik, wor et wier Teit, dat wai us up use Geländer begawten. Unnerdiässen nämlich stallt man sik up teo usen Heimatdänzen, dai am Sunndagnachmitdag upfort wören, denn dai Frümden wollen duach auk wuat saihen. Am Owend gave't et dann nau dai graute Polonäse, dai biuten maket wor. Dann gänk man no Hius teon Iärten, oer at up en Tälte. Dai Iärtenkorte lagt ümmer uappen. Use Nationalgericht "Grautebaunen mit Späck" stand ümmer uaben an. Seo gink für us dai Sunndag auk teo Enne. Dai Schüüten oower danzern bis in de Nacht.

 

Am Mondagmuargen gink für us dai Scheole wier an. Doi Schütten owwer mochten wier üm 3 Uhr antrien. Dai Trop was owwer beduitend klänner, märst junge Kerls, un et was auk schon ruhiger. Mit Parademarsch gink dat Dräiwen up en Platz widder. Wäi gink no diär Scheole wier rupper, denn diän "langen Danz" mochten wäi nau saihen. No ner Polonäse gink et dann mit Trümmlerkorps, Musikkapelle, Huafstoot un alle Danzpaare ächterhier no biuten. Dai Fahnen stallten sik in de Midde. Dai Paare gängen in ner Schnecke rund herümme. Dann bückern se sik un gängen in de Hiuke. Dai Fahnen woren dann iäwer dai Köppe hen uri hier schwenket. Wie mon hört, soll dann jeder Sträit für jeden vergiätten un begrawen sien. Was düt niu vürbäi, ging man in düsem Zuge in de Stadt no en bestemmten Hiuse annen Damme, wo dai Fahnen un auk dai graute Tamburheot avgiewen wor. Dai Zug loßte sik niu op. Meode was owwer, dat dai Dänzerin ihren Dänzern inladere mit non Ellernhiuse teo gohn, wo dann gut updisket wor. Up diese Ort soll schon manche Friggerigge teogange kumen sien. Uppen Platze wor dann naumaol feste danzet. Dat Fäst gäng langsam teo Enne.

 

Vertellen könn man nau van diäm grauten Fästzug van 1913, wo dat 500jöhrige fiert wor mit schoinen Fästwagen, doi domols schon filmet wor und von Dage nau te saihen ist. Dat annere Johr gavt et nau mol en Schüttenschaiten. Dann kam glaik dai aiste Weltkräig, worin viele Schütten bliewen sit.

 

1920 versocht man dann wier en fest teo fieren, wat auk sowäit glückere. Man konn niu et aistemol mitmaken. Als däi Zug niu diän Soterdagmuargen avmarschierte un dai Musik spielere: "Ich schieß den Hirsch im wilden Forst", verget man nie. Niu räigere sich ain Schüttenfast ant annere. Als de Stadt grötter wor, war auk dat Schüttentält teo klein. Man planere etwa 1927, et grötter teo maken un nigge te buggen, wat auk mit Hülpe van allen Schütten glückere. Niu hadden wäi dan ne graute Halle mit geneog Sitzplätzen, Danzflächen un Späiseruimen. Vür diäm Weltkräige was auk dai Halle indelt in Wain- un Biertält, dat wor owwer glaik avschaffet. Dai Huafdamen hadden niu auk en Huafhären, dai auk en bitken mit betalen hulp, dat et diäm Künig nit teo sur wor. Seo konn auk eher en jeder Künig wären. Dai Verein wor ümmer grötter. Et wor auk nau ne nigge Kumpamai odder Huawwe upstallt. Niu gavt et de Nord-, Wäst- un Austhuawwe. Mit diär Tait kam owwer dat graute Unglück, dai twädde Weltkräig, immer nöger. Dai jungen Lühe mogten Saldoten wören. Viele kamen nit wieder. Auk dai läste junge Künig mochte sain Liäwwen loten. Als äi Städte im Wästen niu bombardiert woren im Kräige, wor dai Schüttenhalle van em Industrieunterniehmen briuket.

 

No ner langen Täit, et was wual schon 1948, woll man auk mol wier en Schüttenfäst fiern, man har owwer kain Tält un auk kain Gewiehr. Man besann sick up dai Jugendtäit un schmäht uppen en Sportplatz diän Vuhl mit Stäinen av. Dai Künig was do, kräg auk ne Künigin mit Huafstoot, un et gänk gneog. Dai nächsten Johre war dan en Tält mietet. Wier mochte dai Sportplatz hierhallen. Gewiehre gavt et nit, et wor mit diär Armbrust schuatte. Als dai Halle no Johren wier fräi wor, wor se auk wier als Schüttentält briuket.

 

Als dai Duitschen Saldoten un auk Gewiehre wier häwwn droften, schauten dai Schütten auk wier mit richtigen Gewiehren. Nau bierter, se schaffern sogar ne Kaneone an teom böllern. Düse wor niu briuket van diän St. Sebastioanern, diän St. Hubertusschütten un van diär Stiftskiärke up "Maria Schuß".

 

Mittlerweile is man niu alt woren, un dat Marschieren un Danzen is iute. Wenn man niu säin Liäwwen betrachtet, mot man säggen, dat et duach viel Schwores un auk Hartes mit sik bringet, owwer auk viel Spaß un Freude. Dorümme möchte ick niu mai Vertelleken vam Schüttenschaiten schliuten, wie dai alle Schmied, hai is schon daut. Als hai für Johren mol bäi diän Jubilaren hor un no diär Ehrung sik bedonkere, schlaut häi säine klaine Dankesrede mit diän Worten: "Schützenfest, o schönes Fest, du machst uns so viel Freude!"



©2015 St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.