Majestäten 1933

Königspaar: Paula Nolte (geb. Pranschke) & Theodor Hans

Kronkönig:
Anton Altemeier

Hofstaat 1933

 

 

1933 Die Geseker Zeitung berichtete (gekürzt):


Herr Anton Altemeyer, Calenhaf, halte die Krane herunter. Kurz darauf fiel der letzte Rest des Vogels unter dem wohlgezielten Schuß des Herrn Diplom-Ingenieurs Theo Hans. Groß war der Jubel der "Uekernkampagnie" (1. Kompagnie), die damit Krankönig und König stellte, aber noch größer war die Freude, als bekannt wurde, daß auch die erwählte Königin, Frau Dr. Nolte, und ihr gesamter Hofstaat aus den Reihen derselben Kompagnie gewählt worden waren und somit sämtliche Ehren, die die Schützengesellschaft zu vergeben hat, in sich vereinigt. Im Laufe des Festes erklang ob dieses berechtigten Stolzes gar oft die Uekern Nationalweise: "Und alles wat vom Uekern kümmt, dat süppt".
Daß in unseren alten, eingesessenen Familien noch der alte echte Schützen-geist herrscht, mögen folgende kurze Angaben erhellen: Die Familie Hans stellte in den letzten Jahrzehnten nicht weniger als sieben Mal den König, die Königin oder den Kronkönig. Der Großvater des jetzigen Königs bekleidete im Jahre 1882 die Würde des Kronkönigs, seine Mutter war im Jahre 1893 (also vor 40 Jahren) Königin, sein Dnkel, Theodor Lenze im Jahre 1902 und der andere Onkel, Jäh. Lenze im Jahre 1909 König, mit letzterem zusammen war Frau Witwe Pollmann, geb. Lenze Königin und die Schwester der jetzigen Majestät, Frl. Mia Hans, war vor zwei Jahren Königin. Der Familie IMolte entstammte die Königin des Jahres 1901, Frau Lehrer Dunker geb. Malte und der König des Jahres 1921, Herr Philipp Nolte und jetzt die diesjährige Königin.
Am Sonntag vormittag hatten sich die Schützen mit ihren Angehörigen zum Festkonzert eingefunden. Bei den vorzüglichen Darbietungen der Feuerwehrkapelle, unter Leitung ihres Gründers, Herrn Oberzollsekretär Fr. Hunold, Gelsenkirchen, der eigens für dieses bedeutsame Fest wieder die Direktion der Kapelle übernommen hatte, entwickelte sich alsbald eine fröhliche Feststimmung. Als Besonderes gab es den Ferbelliner-Reitermarsch (mit Fanfaren und Kesselpauken), wobei Herr Dunker als treuer Husar in der Uniform der ehem. 8. Husaren, Paderborn, als Kesselpauker mitwirkte. Der alte Fritz mit Krückstock und seiner geliebten -Flöte kam aufrechten Schrittes in die Halle, um in höchsteigener Person mitzuwirken bei dem Flötenkonzert von Sansoussi und dann gab es noch eine Kreuzritter-Fanfare, ebenfalls unter Mitwirkung des Kesselpaukers Dunker, in der Uniform des Tambourmajors des Geseker Schützenvereins.
In der Schützenhalle angekommen, wurden zunächst die beiden Schützenmitglieder Landwirt Pickert, Calenhaf, und Landwirt Volmer, Alhardstraße, für ihre treue, 50-jährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt. Eine besondere Ehrung wurde auch dem verdienstvollen Oberst Fabrikant Philipp Thoholte durch Überreichung einer Holzschnitzerei, das Steintor darstellend, zu Teil, der dreißig Jahre den Verein als Kommandeur bzw. Oberst führt und ihn in dieser Zeit durch alle Fährnisse geleitet hat. Diese Ehrung fand ungeteilten Beifall.
Am Montag dankte Schützenoberst Thoholte dem Schützenbruder Wieneke, der zwei Mal König und im vorigen Jahre Kronkönig war und der in diesem Jahre der 2. Kompagnie eine neue Schützenfahne geschenkt hat. Weiter dankte er dem Schützenbruder Gärtner für das wunderschöne Protokollbuch. Eine besondere Ehrung wurde auch dem Schützenbruder Ewald Utzel zu Teil, dessen Verdienste als Mitbegründer der im Jahre 1919 gegründeten Freiwilligen Feuerwehrkapelle hervorgehoben wurden. Seine Opfer an Zeit und Geld, die er neben dem bewährten Kapellmeister Franz Hunold für die Entwickelung der Kapelle, die in ihrem Anfangsstadium so oft Kapelle "Kurz und Klein" genannt wurde, gebracht hat, haben dazu beigetragen, die Feuerwehrkapelle auf ihre heutige beachtliche Höhe zu bringen. Um 12 Uhr wurden die Mitglieder des weiblichen, freiwilligen Arbeitsdienstes, die an unserem Volksfeste teilnahmen, einer guten Eingebung des Schützenbruders Seppel Meyer folgend, mit Musik auf den Heimweg gebracht. Nach diesen Unterbrechungen gab es dann wieder Tanz und Fröhlichkeit und Festestimmung auf lange, lange Stunden, bis auch dieses Fest zu Ende war und die ganz Unentwegten sich mit den Worten trennten: Bis zum nächsten Jahr!



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